Zeig mir dein SELFIE und ich zeig dir deinen Partner!

Spätestens seit Ellen DeGeneres letztes Jahr ein Foto von sich und mehreren A-Celebrities bei den Oscars schoss, weiß die ganze Welt, was ein “Selfie” ist.

Ein Selfie machst du in etwa so: Du nimmst dein Smartphone in die Hand, streckst deinen Arm soweit weg von dir wie möglich, am besten von oben herab, dann rückst und bringst du dein Gesicht (Augen, Mund und Haare) in die richtige Position und drückst ab. Das lässt sich endlos wiederholen, bis du selbst mit deinem Ergebnis – deinem Gesicht – zufrieden bist. Überzeugt dich das Foto von dir, dann hilft eine weitere App, dich in ein noch besseres Licht zu rücken. Zuletzt formulierst du ein paar gut überlegte Worte über dich und deinen Moment, gefolgt von mehreren #hashtags, die auf den Punkt bringen sollen, wer du bist und was du gerade tust. Und fertig ist dein SELFIE! Das präsentierst du dann stolz deinen Facebook, Twitter und Instagram-“Freunden”.

Es steht außer Frage – jetzt kennt jeder dein “wirkliches” Ich! Du hast gerade deinen typischen Alltag mit der ganzen Online-Welt geteilt. Herzlichen Glückwunsch.

Ich will mich da nicht rausnehmen, auch ich teile Selfies mit meinen Social Media Freunden. Auch ich poste meine verschönerten, hochmotivierten Momente. Auch ich wünsche mir oft, dass mein Leben nur von solch attraktiven, perfekten Augenblicken gefüllt ist. Aber Selfies entsprechen leider selten der Realität. Sie sind nicht unbedingt ein Spiegel des Alltags.

Selfie kommt von dem englischen Wort “(my)self” – was einfach nur “ich selbst” bedeutet. Aber genau das sind Selfies selten: Einfach nur “ich selbst” – ohne Pose, ohne Filter, ohne Rahmen, ohne Makeup, ohne Hashtag, ohne Wow-Effekt.

Hast du dich mal ehrlich gefragt, wie dein reales, wirkliches, ehrliches Selfie aussehen würde? Und was hätte dies dann mit deiner Partnerwahl und Partnersuche zu tun?

Als ich Anfang Zwanzig war, habe ich meine erste Liste geschrieben. Die LISTE! Genau die, wo ich in 10-30 Punkten aufgelistet habe, wie mein perfekter, zukünftiger Partner auszusehen hat. Keine Frage, der hatte alles, was mein Herz begehrte. Den perfekten Look, Charakter, Humor und Plan für sein Leben. Mit keinem Anderen wollte ich meine Zukunft verbringen. Warum auch? Ich war es mir doch Wert, oder etwa nicht?!

Später habe ich festgestellt, dass mein SELFIE nicht immer auch mit dem Bild von meinem Wunschpartner übereinstimmte. Ich war in einigen Punkten nicht die Person, die ich selbst daten wollte. Wie konnte ich da erwarten, dass mein Traummann mich so finden würde?

Wie also begegne und finde ich den Menschen, mit dem ich meinen Alltag und damit mein wirkliches ICH teilen möchte?

1. Fange an, ehrlich mit dir selbst zu sein!

Wer bin ich? Wo will ich hin? Wie sieht meine Umwelt mich? Was bemerken meine Freunde und meine Familie in mir, was ich möglicherweise selbst nicht wahrnehme? Dieser Prozess ist mit Sicherheit nicht der angenehmste. Und leider dauert er im Normalfall dein ganzes Leben lang an. Vielleicht musst du ein paar Menschen, denen du wirklich vertraust, diese Fragen stellen. Niemand erwartet von dir, perfekt zu sein! Aber vielleicht gibt es Dinge in deinem Leben, die du erst einmal verarbeiten musst, damit du frei bist, dich an einen Menschen dauerhaft zu binden. Vielleicht hindern dich ein paar deiner Charakterzüge daran, der Partner zu sein, den du dir für dich vorstellst. Vielleicht musst du gewisse Dinge in deinem Leben anfangen oder auch aufhören. Was auch immer das für dich bedeutet, sei mutig und mach dich auf den Weg, es herauszufinden und dann tu es einfach.

2. Beginne mehr und mehr der Partner zu werden, den du dir für dich wünschst!

Ich habe oft von Männern gehört, wie sie sich ihre Traumfrau optisch vorstellen. Sportlich, schlank, gepflegt, attraktiv – aber mal ehrlich – wenige von diesen Männern hatten zeitnah ein Fitnessstudio von innen gesehen, geschweige denn regelmäßig ihren Puls über 160 getrieben. Viel schlimmer, ich habe Männer WGs gesehen, deren Toilette ich nur unfreiwillig aufgesucht habe und wo sich das dreckige Geschirr in der Spüle nur so türmte. Genauso beobachte ich viele junge Mädchen, die 200% in ihr Äußeres investieren und ihr Inneres scheinbar dahinvegetieren lassen. Und das sind nur ein paar oberflächliche Dinge, die mir aufgefallen sind. Aber was bedeutet das für dich?

Fang an deine optischen, moralischen, intellektuellen oder auch geistlichen Erwartungen an dich selbst zu stellen, bevor du diese bei deinem Gegenüber suchst. Wo kannst du etwas an deiner Optik verbessern? Eventuell ist es für dich dran, sich bei einem Gym anzumelden und es auch wöchentlich zu nutzen. Oder du suchst dir einen Fashion Berater und gehst mit dem mal shoppen. Vielleicht musst du dein Zuhause endlich entrümpeln und/oder renovieren und dich dabei von einigen Dingen trennen. Wie kannst du dich persönlich weiterentwickeln? Setze dir neue Ziele. Lies ein Buch mehr pro Jahr als bisher. Lerne etwas Neues. Hör auf, durch die Reality Shows des Abendprogrammes zu zippen und treffe dich mit Menschen. Aber es kann genauso bedeuten, dass du dich in gute psychologische Beratung begibst. Ich selbst war in Therapie, bevor ich meinen Mann kennenlernte. Nicht zuletzt kann es einfach sein, dass du Entscheidungen treffen musst, die schon lange überfällig sind und du diese dann auch verbindlich umsetzt.

3. Sei das Selfie – innen und außen – dass du deiner Welt präsentierst!

Sei ehrlich mit dir selbst und mit deinen Mitmenschen. Keine andauernde Beziehung funktioniert auf dem Fundament einer Scheinwelt. Über kurz oder lang wirst du dein wahres ICH enthüllen, freiwillig oder auch unfreiwillig. Das entscheidest du allein! Das Schönste an einer funktionierenden Partnerschaft ist, dass man einander so gut kennt und dennoch zusammenbleibt. Erst dann hat man als Paar eine Chance, einander zu helfen, das bessere, gesündere und attraktivere ICH zu werden.

Denn darum geht es bei Beziehungen wirklich.

 

Dazu bald mehr!

Liebste Grüße

Lotte

 

 

 

 

Empfehle den Blog weiter:

3 Gedanken zu “Zeig mir dein SELFIE und ich zeig dir deinen Partner!”

  1. Danke Lotte für diesen tollen Artikel.

    ECHT sein ist das Motto in dieser oberflächlichen Welt, so sein wie man ist, sich hingeben aber auch verändern lassen und andere, seinen Partner, seine Freunde so zu ‘nehmen’ wie sie sind.

    Freu mich schon auf mehr.

  2. Interessanter Blogeintrag, weiter so 😀 Ich hab schon ähnliche Ideen/Ansätze gehört und gelesen und ecke an der “du bist noch nicht fertig/bereit für deinen zukunftigen partner”-Idee an. Eine Balance aus akzeptierender reflektierter Selbstwahrnehmung und andererseits eine Auswahl an “Entwicklungsbereichen” ist dabei sicherlich wichtig. Wer möchte schon einen “Ideal-Singel” treffen oder selber sein, der erst nach der Hochzeit anfängt seine wahre Haut zu zeigen? Dazu finde ich den Artikel hier interessant, bin gespannt was du dazu denkst <3
    http://www.zeit.de/2014/50/frauenbilder-feminismus-selbstverwirklichung-selbstbestimmung

    • Vielen Dank! Ich hab den Artikel in der Zeit gelesen. Mir ist bewusst, dass es für ehrgeizige, intelligente, engagierte und attraktive Frauen nicht einfach ist, einen passenden Partner zu finden. Ich kenne einige weit über 30 Jährige, die sich immer noch nach Partnerschaft sehnen. Da spielen viel mehr Komponenten rein als “Ideale”, “Selbstwahrnehmung” und “-entwicklung”. Das ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Da wäre tatsächlich die Frage mal näher zu beleuchten, warum man(n) Angst vor solchen Frauen hat?! Oder ob wir uns eben doch unrealistische Ideale setzen, denn niemand ist mackenlos. Ich habe leider keine zufriedene Antwort, denke ich. Dennoch möchte ich jeden ermutigen, erst ehrlich auf sich selbst zu schauen, bevor man einander verpasst, weil man sich zu sehr auf die Schwächen des Gegenübers konzentriert.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Share if you like the blog! :)